Spitzlicht Episode 4: Portrait-Fotografie

Wie in Folge 2 versprochen geht es im Spitzlicht diesmal um die praktische Anwendung von Blitzen in der Portrait-Fotografie. Alexander hatte die Idee: Was ist das kleinste Portrait-Setup, dass du mitnimmst? Um ganz ehrlich zu sein: natürlich einfach nur den Fotorucksack (Dessen Inhalte wir hier auch mal besprechen sollten.), und man arbeitet ausschließlich mit dem verfügbaren Licht: Available Light Photography, ganz klassisch. Aber mit Blitzen? Dann kommt eine Tasche dazu: 3 Systemblitze mit 3 Lichtstative. Der Tragbarkeit halber nehme ich statt der Softboxen Blitzschirme, da die wesentlich kompakter sind als alles andere, und eine Flashdisk von FStoppers (Damals gab es leider noch nicht die günstigen Alternativen.). Auf einen Falthintergrund verzichte ich, und nutze die Umgebung.

Um alles etwas schneller für das Video zu machen, haben wir alles schon vorher aufgebaut.

Portrait-Shooting

Um zu dem Portrait zu kommen, arbeite ich folgende Schritte durch:

  1. Hintergrund suchen: Das Objektiv im manuellen Fokus ganz unscharf zeichnen lassen und spannende Bokeh-Varianten suchen, gleichzeitig die Belichtung bestimmen. Ich arbeite hier immer mit der Blendenvorwahl (Aperture Priority), meistens „A“ auf der Kamera, und wähle die nachher gewünschte Blende. Dann stelle ich die gemessenen Werte im Manuell-Modus ein und arbeite von diesen Basis-Werten weg.
  2. Model platzieren.
  3. Hauptlicht setzen: Das „wichtigste“ Licht, das die Gestaltungsrichtung vorgibt, in Position und Intensität anpassen.
  4. Rahmenlicht setzen: Um die Kontur des Kopfes besser zu betonen, ein von schräg hinten kommendes Licht.
  5. Aufheller setzen: Um Schatten aufzuhellen, die durch das Hauptlicht entstehen.

Das Ergebnis ist im Video zu sehen. Ich habe Alexander für die Pose, ganz der schlimme Fotograf, sich selbst überlassen. Er ist aber ein Profi, und ich habe am Ende nur drei Aufnahmen mit vollen Licht gemacht. Benutzt habe ich hier ausschließlich meine Nikon SB-700, die ich wie gewöhnlich über PocketWizards auslöse. Da ich aber aufgrund der Kosten nur zwei Empfänger habe, habe ich mir es angewöhnt, die Blitze alle direkt manuell zu steuern.

Alexander setzt seit längerem auf Yongnuo. Die sind, seiner Meinung nach, das Optimum aus Preis und Leistung. Absolut positiv ist, dass selbst der Verlust eines Gerätes keine großen Löcher in das Budget reißt, und man damit auch in „gefährlicheren“ Situationen problemlos die Blitze einsetzen kann. Immerhin bekommt man 4 bis 5 Blitze von Yongnuo für einen Nikon SB-700. Yongnuo ist neben Godox unangefochtener Meister der Billigblitze. Letztere Firma hat nach dem Artikel auf DIYPhotography ein fantastisches Angebot: das sollten wir bei Gelegenheit mal hier im Podcast besprechen. Vorteil von Yongnuo wie auch Godox ist die integrierte Funkfernsteuerung der Blitzgeräte, so dass Alexander hier erheblich bequemer arbeiten kann. Die Steuerung erfolgt direkt an der Kamera für alle Blitze, nicht nur für zwei oder drei.

Alexander nutzt als Hauptlicht einen zusammenlegbaren Beauty Dish, der gut ist, aber trotzdem ein recht großes Packmaß hat, einen 5-in-1 Reflektor und zwei Blitze ohne weitere Modifikation, einmal als Rim Light und einmal als Aufheller für den Hintergrund. Hier nutzt er einen Falthintergrund, der auf einem normalen Lichtstativ montiert wurde.

Gibt es Fragen zum Podcast oder Anregungen? Dann bitte einfach einen Kommentar in einem der Kanäle schreiben: wir finden ihn immer 😉

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