Zu viel

Gedanken, Haiku, Schreiben, Tagebuch October 19th, 2008

Irgendwann heute kam mir die Idee, wieder zu versuchen, Haikus zu schreiben. Ein Haiku pro Tag, wenn möglich. Ich werde mich bemühen. Aber im Allgemeinen bin ich bei Versprechen mir gegenüber leider nicht gerade für meine Zuverlässigkeit bekannt.

Einhundertzwei und
Vierzig Kilometer pro
Stunde war zuviel.

Wie man eine wissenschaftliche Arbeit schreibt

Apple, Medien, Schreiben, Universtiät July 15th, 2008

Apple bietet mit iTunes U Universitäten eine Möglichkeit an, über den populären iTunes Store Inhalte, soweit ich informiert bin, unentgeltlich, frei für alle iTunes Benutzer zugänglich zu machen. Die Liste der teilnehmenden Universitäten vergrößert sich wie der gesamte verfügbare Inhalt recht rasch, die teilnehmenden Universitäten umfassen auch so klingende Namen wie Stanford oder Berkeley oder Yale. Die Beiträge reichen von kompletten Vorlesungsmitschnitten, über Vorträge, mitunter von berühmten Persönlichkeiten, bis hin zu eigens angefertigten Lernmaterialen.

Das Florida Community College hat mit seinem Kurs über das Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ein interessantes Cross Over geschaffen. Einerseits kommt es fast wie “Russisch für Anfänger”, das der ORF in seinen guten alten Tagen gesendet hat, daher, andererseits wirkt es mit den perfekten Übergängen, an einem Tisch stehenden “Moderatoren”, Einblendungen von Grafiken, dem Einspielen von “Beiträgen” mehr wie eine Nachrichtensendung als zu lernender Inhalt. Auch die Länge von maximal 30 Minuten entspricht mehr einer Nachrichtensendung als einer Vorlesung.

Der Inhalt der Beiträge ist qualitativ hochwertig und bietet einen guten Einstieg in die Problematik wissenschaftlichen Arbeitens. Auf Englisch natürlich. Was die Benützbarkeit der Inhalte an der Universität Wien eher problematisch macht, bei den Englischkenntnissen mancher MaturantInnen.

iTunes U – Florida Community College – English Composition II

(iTunes muss installiert sein, um auf den Inhalt zugreifen zu können)

Sir Arthur C. Clarke mortus est

Literatur, Medien, News, Schreiben March 20th, 2008

Es bleibt mir nicht erspart, zuzugeben, dass ich das Buch bisher noch nicht gelesen habe. Den Film habe ich inzwischen einige Male gesehen, ich fürchte, das Ende verstanden habe ich nicht. Beruhigend ist, dass ich mich hier in guter Gesellschaft, wieder finde, da es nach Aussagen des Autors nur zwei Menschen gegeben hat, die intellektuell erfassen konnten, was auf englisch so schön mit “Sense of Wonder” umschrieben werden kann. Der eine davon ist gerade gestorben.

Die Presse
Science-Fiction-Autor Clarke ist tot

BBC News
Writer Arthur C. Clarke dies at 90

FAZ
Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke gestorben
Der Gentlemanprophet

Heise News
Zum Tode von Arthur C. Clarke: Es ist nicht erwiesen, dass Intelligenz überlebt

The J0y of Tech
http://www.joyoftech.com/joyoftech/joyarchives/1085.html

Momentaufnahme beim Schreiben

Kurzgeschichten, Schreiben January 29th, 2008

Vor mir blinkt ein grüner Strich auf schwarzem Grund. Der Rest des Computers liegt hinter dem Schwarz. Ich muss schreiben.

Ich zwänge mich am Wäscheständer vorbei, gehe in die Küche und werfe einen Blick in den Kühlschrank. Ich schließe ihn wieder und öffne den Vorratsschrank. Es ist kein pikanter Thunfisch in Dosen mehr da. Makrelendosen fehlen auch. Von den guten Oliven sind nur noch ein paar übrig. Fertigsuppen, aber keine Backerbsen. Ich stelle das Glas mit den Oliven auf die Arbeitsfläche. Trockene Reste vom Schwarzbrot von letztem Wochenende sind in der Brotdose.

Ich gehe zurück in das Arbeitszimmer und setze mich.

Vor mir blinkt ein grüner Strich auf schwarzem Grund. Ich drehe mich zum zweiten Bildschirm, bewege kurz die Maus, damit dieses Schwarz verschwindet. Ich suche Musik. Pop, Metal, Renaissance, Jazz, Rock, New Wave, Alternative, Klassik. Beethoven. Tadam, tadam, tadam. Kurze Pause. Tatadam. Brian Eno oder Jan Garbarek ist besser zum Schreiben.

Ich starre auf den blinkenden grünen Strich. Meine Finger liegen auf den Tasten.

Ich stehe auf und gehe in das Wohnzimmer, nehme ein Glas, öffne die Bar und beginne zu suchen. Amaretto, Whiskey, Gin, Schnaps, Baileys, Campari. Whiskey. Einen Fingerbreit fülle ich in das Glas und stelle die Flasche wieder zurück. Ich nippe, es brennt am Gaumen und wärmt den Magen. Ich versuche durchzuatmen. Meine Nase ist wieder einmal verstopft.

Im Arbeitszimmer stelle ich das Glas auf den Schreibtisch und räume den Wäscheständer ab und weg. Die Wäsche trage ich in das Schlafzimmer und lege sie zur anderen sauberen Wäsche.

Ich gehe zurück in das Arbeitszimmer und setze mich.

Vor mir blinkt ein grüner Strich auf schwarzem Grund. Der Strich klebt ganz oben, außerhalb der Mitte, mit beträchtlichem Abstand zum linken Bildschirmrand. Ich schreibe ein Wort, drücke Escape und suche nach der Einstellung für die Schrift in der Vollansicht. Die Schrift ist viel zu klein. Die Schrift ist jetzt eine andere, größere. Der Zeilenabstand ist nicht optimal. Ich schreibe noch ein Wort, einen Absatz und nippe gelegentlich am Glas.

Ich müsste noch ein E-Mail schreiben.