Gensemer über Online Campaigning

Medien, Netz, Politisches December 4th, 2009

Thomas Gensemer gelang als Veranwortlicher der Online-Kampagne von Barack Obama, Millionen Menschen für ein Thema zu begeistern. Mit über 14 Millionen E-Mail Empfängern wurde im Verlauf von 24 Monaten einer der größten politischen Newsletter erstellt, deren Empfänger individualisiert angesprochen werden können.

In einem Interview mit “The Business Insider” beleuchtet Gensemer ein wenig die Hintergründe dieses Erfolgs und die Schlüsse, die er daraus gezogen hat. Das Gespräch wurde in mehrere Themen zerteilt, die ich hier versammelt habe.

Gensemer’s three keys to success in marketing

Gensemer explains the Obama Campaign marketing system

Gensemer on E-Mail as the most effective Obama Campaign Tool

How can corporations use Obama Campaign Marketing Tricks?

Gensemer on marketing political campaigns

Gensemer on changes in traditional media marketing

The Guardian
‘We need a five year plan, not a five month plan’ – Thomas Gensemer gives Labour and the Conservatives some web tips

Über den Ursprung der Arten

Netz, Visualisierung November 30th, 2009

Charles Darwins “On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life” wurde am 24. November 1859 publiziert. Ich bin wie üblich ein paar Tage zu spät. Dafür habe ich mich mit Wordle gespielt.Wordle: On the Origin of Species

Was zu erwarten war: das häufigste Wort ist “Arten”. Alle anderen Begriffe werden im Verhältnis dazu viel seltener genannt, betreffen aber zum Teil die These der natürlichen Auslese.

Die Originalausgabe des Buchs gibt es im Volltext als pdf hier (92 MByte). Alle anderen Publikationen Darwins gibt es ebenfalls bei Darwin Online.

Wordle The Origin of Species – Charles Darwin

Wertrelationen

Medien, Netz October 26th, 2009

Ohne Ted Talks wäre es weniger unterhaltsam, muss ich sagen. Der Vortrag von Rory Sutherland über die von Werbung geschaffenen fiktiven Werte, jenseits aller tatsächlichen Werte, ist einfach nur fantastisch. 20 äußerst unterhaltsame und informative 20 Minuten ohne weiteren Kommentar.

Passend dazu kam einige Tage später ein Vortrag von John Gerzema, der über die sich wandelnden Bedürfnisse des Konsumenten spricht, weg von einem immer mehr, hin zu einem bewussten und überlegten Handeln.

Kreativität der Schwärme und die Jagd nach Trends

Forschung, Medien, Netz, Software October 20th, 2009

Wissen, was die Masse des Internets zu bestimmten Themen denkt, möchte jeder, der etwas zu verlieren hat, angefangen beim Kundeninteresse dem eigenen Produkt oder der Marke gegenüber, bis hin zu politische Stimmungslagen. Welcher Entscheider würde nicht gerne in die Zukunft sehen, um zu wissen, wie die Masse morgen denkt? Wie sie sich morgen entscheidet?

Das World Wide Web ist ob seiner schieren Größe prädestiniert, um als Basis für derartige Untersuchungen zu dienen. Tools, um solche Auswertungen durchzuführen, gibt es genug. Google Trends ist nur das bekannteste.

Peter Gloor wollte selbst auf die Jagd gehen und Google war nicht gut genug. Er hat ein Tool selbst entworfen. Condor. Damit lassen sich, wie er sagt (kurz zusammengefasst), gewichtete Inhaltsanalysen auf der Basis der Weisheit dreier Gruppen durchführen: der Schwärme, der Masse, der Spezialisten. Während letztere ihre Meinung in der Massenpresse kundtut, sei sie elektronisch oder gedruckt, und die Masse sich über eine Vielzahl von Foren, Social Networks und Kommentaren offenbart, sind die Schwärme, jene, die mit lockerem Zusammenhalt ein Thema aufgreifen und diskutieren, am diffizilsten zu verfolgen. Man kennt die Proponenten nicht. Vorerst.

An dieser Stelle kommen Social Networks und die Analsye von Freundschaften zu tragen. Je mehr Freunde man hat, auf je mehr Netzwerken, und je öfter solche Personen von anderen referenziert werden, umso eher nehmen diese eine klassische Opinion Leader Funktion ein.

Sind die Opinion Leader bekannt – klassische Kommunikationstheorie – kann man anhand der Inhalte verfolgen, welche Trends von wo ausgehen, welche Intensität sie erreichen und wie miteinander verknüpft sind.

Genug der Einleitung. Peter Gloor war am 5. Oktober beim Internet Summit Austria zu Gast und hat seine Theorien in einer Keynote ausführlich vorgestellt. Die ISPA war so freundlich, den Vortrag in Teilen auf YouTube zu veröffentlichen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Ein etwas älterer Vortrag (August 2007) aus der Reihe Talks@Google behandelt ähnliche Themen wie die Keynote, ist aber, da alle Slides eingeblendet werden, sehenswert.

Dr. Peter A. Gloor
Blog: Swarm Creativity
Web: Swarm Creativity
Firma: Galaxy Advisors

Publikationen:
Swarm Creativity. Competitive advantage through collaborative innovation
Coolhunting. Chasing down the next big thing

The Social Web

Gedanken, Netz September 24th, 2009

Dass das Netz einen einzigartigen sozialen Hintergrund hat, der aus den Tiefen des TCP/IP an die Oberfläche des Hypertextes hervorquillt, habe ich selten so unterhaltend vorgeführt bekommen:

Jonathan Zittrain erzählt über inhärenten Unklarheiten der Architektur des Netzes und ihrer Bedürfnisse der ständigen Überwachung durch den Menschen. Eine Leistung, die freiwillig zur Aufrechterhaltung des Systems geleistet werden muss. Seine Beispiele (zB. Youtube-Highjacking) sind erhellend. Das Netz in seiner heutigen Ausprägung zwingt dem Menschen laut Zittrain soziale Zusammenarbeit auf, damit es am Funktionieren gehalten wird. Die größte technische Leistung der Kommunikation kann daher nur am Funktionieren gehalten werden, wenn Menschen zusammenarbeiten. Vertrauen auf den Nächsten ist die Basis zur Aufrechterhaltung der Funktion. Wie kann es sonst kommen, dass es beim CouchSurfing noch keine nennenswerten Schwierigkeiten gegeben hat?