Kommentar einer Ärgerlichen

Gedanken, Literatur November 8th, 2008

Haiders Seinstransfer ist inzwischen ein Weilchen aus. Die Wogen haben sich bekanntlich noch nicht geglättet. Kärntens Einwohner betätigen sich am lustigen Radmutternlockern zum Zwecke des Abflugs von Straßen und halten dabei Kerzen am Unfallort am brennen. Ein Ewiges Licht für den Verstorbenen?

Zum Thema Ewigkeit hat sich Elfriede Jelinek geäußert. In “Von Ewigkeit zu Ewigkeit” hat sie schon Ende Oktober ihre Sicht der Dinge dargelegt. Ganz so, wie man es von ihr gewohnt ist, wenn sie sich zu Österreich äußert.

(Ich wollte gerade den Tag Jörg Haider eingeben. Mir ist partout der Jörg nicht mehr eingefallen. Statt dessen kam Adolf Haider. Ich wusste, es falsch war, aber mir fiel es erst ein paar Sekunden später wieder ein.)

Literaturnobelpreisgewinnerwettratespiel

Literatur, News October 10th, 2008

Die Zeit hat ein (ja, das Deutsche hat, unzweifelhaft gottseidank, die Möglichkeit dazu) LiteraturnobelpreisgewinnerInnenwettratespiel unter AutorInnenkollegInnen veranstaltet, und dazu international herumgehorcht, wer wohl in Frage käme, außer jenen, die immer in Frage kommen.

Wir wissen ja schon, dass mit dem Gewinner (Jean-Marie Gustave Le Clézio) eine umstrittene Figur von der Akademie gewählt wurde, und dass Marcel Reich-Ranicki nichts zu ihm sagen kann, weil er noch kein Buch von Le Clézio gelesen hat.

Das GewinnerInnenratespiel ist allerdings sehr erheiternd und aufbauend. Gerade, wenn man mit einbezieht, wie AutorInnen über AutorInnen denken, und wenn die einen jemanden vorschlagen, der später selbst zu Wort kommen darf, wie mit Friederike Mayröcker geschehen.

Mundl

Buchtipps, Literatur August 25th, 2008

Vor kurzem habe ich “Salz der Erde” von Ernst Hinterberger gelesen. Eine kleine Buchbesprechung gibt es davon bei den Bouquinisten.

Unverbindliche Erinnerungen

Buchtipps, Gedanken, Universtiät April 20th, 2008

Ich habe das Glück gehabt, Ernst von Glasersfeld ein zweites Mal in meinem Leben gehört zu haben. Anfang April war er, der jetzt einundneunzigjährige, wieder in Wien, bekam das Ehrenkreuz für Wissenschaft von Bundespräsident Fischer überreicht und las am darauf folgenden Tag im Rahmen der Wiener Vorlesungen im wunderbaren Saal des Billroth-Hauses aus seiner eben erschienenen Biografie “Unverbindliche Erinnerungen”.

Ich war früh dort, erst wenige Leute waren da, erste Plätze waren mit Mäntel und Jacken reserviert worden. Nach und nach kamen mehr Leute, irgendwann war unten alles voll, ich besorgte mir noch das Buch unten am Verkaufsstand, der inzwischen aufgebaut worden war, und wartete. Irgendwann war Glasersfeld in den Saal gekommen, hat sich hingesetzt, immer umschwärmt von Kümmerern, die den alten Meister nicht aus den Augen lassen wollten. Irgendwann wurde er wieder hinausgeführt (abgeführt wollte ich sagen), aber immer liebenswürdig. Noch mehr Leute kamen, dann war die Galerie voll, und dann standen die Leute bis hinaus an den Gang.

Einleitende Worte wurden gesprochen, noch mehr einleitende Worte, diesmal kürzer, wurden angehängt, mit dem Hinweis auf das inzwischen schlechte Gehör von Glasersfeld, so dass eine Diskussion leider nicht möglich wäre im Anschluss an den Vortrag.

Seine Stimme in dem noch immer wundervollen Prager Deutsch war unsicherer als noch vor 5 Jahren. Seine Texte waren brillant wie immer. Wie er von einer mathematischen Theorie über das Kratzen seines Armes in finsterer Nacht auf den Konstruktivismus schwenkt. Wie er von Erzählung über alltägliche Betrachtung zu theoretischer Vertiefung gelangt, geschieht in Augenblicken, ohne Ansatz und Hinweis. Aber immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Seine Erzählung von der Begegnung mit dem späteren irischen Präsidenten Erskine Childers, der ihm, dem Neuankömmling in Dublin, zu Arbeit und angeregten Abendgesprächen verhalf, zog mich genauso in seinen Bann.

Ich weiß noch nicht, wie die Texte wirken, wenn man sie liest, und nicht vorgelesen bekommt. Aber ich bin kein objektiver Leser mehr, seine Stimme wird immer mitklingen, wenn ich einen Text von ihm lesen werde.

Sir Arthur C. Clarke mortus est

Literatur, Medien, News, Schreiben March 20th, 2008

Es bleibt mir nicht erspart, zuzugeben, dass ich das Buch bisher noch nicht gelesen habe. Den Film habe ich inzwischen einige Male gesehen, ich fürchte, das Ende verstanden habe ich nicht. Beruhigend ist, dass ich mich hier in guter Gesellschaft, wieder finde, da es nach Aussagen des Autors nur zwei Menschen gegeben hat, die intellektuell erfassen konnten, was auf englisch so schön mit “Sense of Wonder” umschrieben werden kann. Der eine davon ist gerade gestorben.

Die Presse
Science-Fiction-Autor Clarke ist tot

BBC News
Writer Arthur C. Clarke dies at 90

FAZ
Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke gestorben
Der Gentlemanprophet

Heise News
Zum Tode von Arthur C. Clarke: Es ist nicht erwiesen, dass Intelligenz überlebt

The J0y of Tech
http://www.joyoftech.com/joyoftech/joyarchives/1085.html