Altern

Ernährung, Forschung, Gedanken January 24th, 2010

Es gibt zwei diskutierte Möglichkeiten, mit dem Alter umzugehen. Einerseits, das Altern anzunehmen und seinen Lebensstil so anzupassen, Körper und Geist über einen möglichst langen Zeitraum auf der Höhe seiner Möglichkeiten zu halten, oder das Altern zu eliminieren.

Dan Buettner definiert in seinem Vortrag bei TED 9 Ernährungs- und Lebensregeln, die ein agiles Altwerden ermöglichen. An der Spitze der Pyramide steht Bewegung unter dem Schlagwort “Move naturally”. Zu Fuß gehen, arbeiten, Rad fahren und ähnliche Aktivitäten, die am besten täglich durchgeführt werden. Die nächste Ebene definiert den “Right Outlook.” Ein Ziel im Leben haben, etwas, wofür es sich aufzustehen lohnt in der Früh, ohne aber in Stress auszuarten. 15 Minuten Entspannung am Tag kann nach Buettner auch nach einem stressigen Tag Wunder bewirken. Bewusste Ernährung stellt die nächste Ebene, und die letzte Ebene ist mit “Connect” betitelt, einem aktiven Zusammenleben, der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, in die man sich laufend einbringen kann.

Aubrey de Grey (SENS Foundation) ist der Meinung, das Altern wie jede Krankheit zu behandeln ist, dass Altern eine andauernde Veränderung der Zellstruktur des Menschen durch dessen eigenen Metabolismus darstellt und dass in diesen Veränderungsprozess eingegriffen werden kann, um Zellen ihre Jugend wiedergeben zu können.

Dan Buettners Regeln sind in meinen Augen erstaunlich einfach und klar umrissen, seine Beispiele stammen alle aus “Blue Zones”, Gegenden oder Gemeinschaften, in denen durch ein zufälliges? Zusammentreffen der meisten dieser Faktoren eine Gruppe von sehr alten Menschen lebt und der Altersdurchschnitt bzw. die Lebenserwartung bedeutend höher ist als in anderen Regionen eines Landes.

Zahlt es sich aus, sich diese 9 Lebensregeln zu Herzen zu nehmen?

Verfassungsmäßig

Gedanken, Politik October 16th, 2009

Ich war zwar nie besonders politisch engagiert, aber mich hat es gerade gereizt, mittels Wordle die österreichische Verfassung zu visualisieren, um zu sehen, welche Begriffe nach Konkordanzanalyse (Häufigkeit ihres Vorkommens im Text) bedeutendsten sind.

Wordle: Österreichische Verfassung

Dass “Artikel” und “Absatz” am größten hervortreten, mag noch an der Struktur des Dokumentes liegen. Dass aber das Volk oder Bürger nur noch als Volksanwaltschaft sehr klein zu finden ist, finde ich zumindest ein wenig bedenklich. Obwohl im Text das Volk zumindest an prominenter Stelle erwähnt ist. Das ist aber, neben einer zweiten Erwähnung, auch schon die einzige.

Wordle: Constitution of the Republic of Austria

The Social Web

Gedanken, Netz September 24th, 2009

Dass das Netz einen einzigartigen sozialen Hintergrund hat, der aus den Tiefen des TCP/IP an die Oberfläche des Hypertextes hervorquillt, habe ich selten so unterhaltend vorgeführt bekommen:

Jonathan Zittrain erzählt über inhärenten Unklarheiten der Architektur des Netzes und ihrer Bedürfnisse der ständigen Überwachung durch den Menschen. Eine Leistung, die freiwillig zur Aufrechterhaltung des Systems geleistet werden muss. Seine Beispiele (zB. Youtube-Highjacking) sind erhellend. Das Netz in seiner heutigen Ausprägung zwingt dem Menschen laut Zittrain soziale Zusammenarbeit auf, damit es am Funktionieren gehalten wird. Die größte technische Leistung der Kommunikation kann daher nur am Funktionieren gehalten werden, wenn Menschen zusammenarbeiten. Vertrauen auf den Nächsten ist die Basis zur Aufrechterhaltung der Funktion. Wie kann es sonst kommen, dass es beim CouchSurfing noch keine nennenswerten Schwierigkeiten gegeben hat?

Dummes Englisch

Gedanken, Medien, Schreiben September 7th, 2009

Mekka von mekkablue hatte irgendwann in seinem leider nicht länger existierenden Blog das folgende Video verlinkt:

Seither ist es mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ich habe es jetzt endlich wieder gefunden. Der damals 102 Jahre alte Edward Rondthaler mokiert sich über die englische Rechtschreibung und ist der Meinung, dass nur eine radikale Vereinfachung zu einer wahrhaften 100 prozentigen Alphabetisierungsrate führen kann.

Edward Rondthaler ist, laut Wikipedia, am 19. August dieses Jahres im 105. Lebensjahr verstorben.

Zu spät für Pessimisten

Fotografie, Gedanken, Medien July 1st, 2009

Gestern habe ich den unten angefügten 15 minütigen Vortrag von Yann Arthus-Bertrand gesehen, den er auf einer TED Veranstaltung gehalten hat. TED, wie immer, regt sehr zu denken an.

In dem Vortrag umreißt er kurz seine Arbeit der letzten Jahre. Arthus-Bertrand ist einer der Fotografen, die die Erde aus der Luft in unglaublichen Bildern präsentieren. Mit diesen Bildern war der Fotograf in Wien 2004 schon vor dem Museumsquartier präsent, in einer Freilichtausstellung.

In dem Vortrag stellt er vor allem auch den Film vor, den er in den letzten Jahren gedreht hat. Home. Der Film, er wird von Arthus-Bertrand zur allgemeinen und freien Verfügung verteilt, ist ein eindringliches Plädoyer in Bild und Wort für die universelle Heimat des Menschen. In Bildern, die sehr an Godfrey Reggio’s Koyaanisqatsi, bzw. dessen gesamte “Quatsi”-Trilogie erinnern, erzählt er die Geschichte des Lebens auf der Erde, dessen Kreislauf und die Störungen, die der Mensch speziell in den letzten 50 Jahren in diesem Kreislauf verursacht hat.

Er zeichnet ein Bild der Verwüstung, verbrannte Erde, die der Mensch in seinem Hunger nach dem Mehr hinter sich gelassen hat, nur um den nächsten Hektar Wald zu verbrennen oder Ackerland verdorren zu lassen. Kein erfreuliches, aber ein realistisches Bild, unterfüttert mit Zahlenmaterial, dass nicht kalt lassen kann.

Der Film gibt eine Devise aus. Es ist zu spät, um pessimistisch zu sein. Gemeinsam – das ist das Wort, mit dem der Film schließt – gemeinsam muss die Menschheit die Verantwortung für die Welt übernehmen.

Dass Österreich hier positiv in der Entwicklung erneuerbarer Energien erwähnt wird, gerät in dem Moment im Film fast zum Hohn, sieht man sich diese Entwicklung gerade der Erneuerbaren in den letzten beiden Jahren an.

Home ist auf YouTube in HD-Auflösung, auch mit deutschen Untertiteln, verfügbar, ebenso wie als Torrent, in diesem Fall als mp4-File mit etwa 1,3 GByte. Da der Film unter einen Creative Commons Lizenz vertrieben wird, ist der Torrent im Übrigen auch rechtlich kein Problem.