Desktop einmal anders

Apple, Computer, Software January 22nd, 2010

Heute hat mich TUAW (The Unofficial Apple Weblog) mit einer kurzen Meldung überrascht: BumpTop ist in einer Mac-Version verfügbar. BumpTop ist ein ausgefeilter 3D-Desktop, ein Versuch, die etwas in die Jahre gekommene Desktop-Metapher zu aktualisieren und an einen dreidimensionalen Raum anzupassen. Dabei wird genau ein Raum dargestellt, ein Boden, auf den man in einer Schrägansicht blickt, sowie die dazugehörigen Wände. Wenn man möchte, kann man durch einen einfachen Doppelklick auf den Boden in eine “2D-Ansicht” wechseln, die einem klassischen Desktop am meisten ähnelt, aber noch immer alle Sortier- und Verwaltungsfunktionen von BumpTop bietet. Die bedeutendste dabei sind Stapel, die man aus beliebigen Dateien sehr einfach anlegen kann. Die Stapel entsprechen dabei exakt dem Organisationsprinzip, das jeder auf seinem eigenen Schreibtisch benutzt: Dinge übereinander zu legen, die thematisch oder funktionell ähnlich sind. Für mich ist schon alleine diese Funktion es wert, das kleine Programm zu installieren.

Welche Funktionen es noch gibt? Das kurze Intro-Video erklärt alles Wesentliche:

BumpTop ist ein 1.0-Release. Das sieht man ihm an manchen Punkten an, zum Beispiel an den grob gerasterten Icons der Menüs, die die Funktionen zur Dateiorganisation anbieten. Gut gelungen ist die Integration mit Quicklook, Exposé und Spaces. Weniger gelungen sind die Notizzettel, die nur  rudimentäre Funktionen bieten und auch nicht mit den Notizen in Mail interagieren. Ich fände es spannend, hier ein zentrales Notiz-Repository zu haben, auf das ich von verschiedenen Punkten aus zugreifen kann.

Die Pro-Version von BumpTop kostet 29$, aktuell 20,5€, die Basisversion, die nahezu alle Funktionen bietet, ist frei verfügbar.

BTW: Auf customize.org gibt es eine eigene BumpTop-Sektion, um seinen 3D-Raum etwas auszugestalten.

Simplicity sells

Apple, Computer, Hardware, Software October 29th, 2009

Eine alte Design-Weisheit, von David Pogue bei Ted sehr unterhaltsam präsentiert. Inklusive Einlagen am Klavier zu Bill Gates und Steve Jobs. Aufgenommen wurde der “Vortrag” 2006, die Beispiele sind ein wenig älter, aber er behandelt ausschließlich grundlegende Wahrheiten.

“Why i have to click ‘Start’, when i want to shut down the computer?”

Kreativität der Schwärme und die Jagd nach Trends

Forschung, Medien, Netz, Software October 20th, 2009

Wissen, was die Masse des Internets zu bestimmten Themen denkt, möchte jeder, der etwas zu verlieren hat, angefangen beim Kundeninteresse dem eigenen Produkt oder der Marke gegenüber, bis hin zu politische Stimmungslagen. Welcher Entscheider würde nicht gerne in die Zukunft sehen, um zu wissen, wie die Masse morgen denkt? Wie sie sich morgen entscheidet?

Das World Wide Web ist ob seiner schieren Größe prädestiniert, um als Basis für derartige Untersuchungen zu dienen. Tools, um solche Auswertungen durchzuführen, gibt es genug. Google Trends ist nur das bekannteste.

Peter Gloor wollte selbst auf die Jagd gehen und Google war nicht gut genug. Er hat ein Tool selbst entworfen. Condor. Damit lassen sich, wie er sagt (kurz zusammengefasst), gewichtete Inhaltsanalysen auf der Basis der Weisheit dreier Gruppen durchführen: der Schwärme, der Masse, der Spezialisten. Während letztere ihre Meinung in der Massenpresse kundtut, sei sie elektronisch oder gedruckt, und die Masse sich über eine Vielzahl von Foren, Social Networks und Kommentaren offenbart, sind die Schwärme, jene, die mit lockerem Zusammenhalt ein Thema aufgreifen und diskutieren, am diffizilsten zu verfolgen. Man kennt die Proponenten nicht. Vorerst.

An dieser Stelle kommen Social Networks und die Analsye von Freundschaften zu tragen. Je mehr Freunde man hat, auf je mehr Netzwerken, und je öfter solche Personen von anderen referenziert werden, umso eher nehmen diese eine klassische Opinion Leader Funktion ein.

Sind die Opinion Leader bekannt – klassische Kommunikationstheorie – kann man anhand der Inhalte verfolgen, welche Trends von wo ausgehen, welche Intensität sie erreichen und wie miteinander verknüpft sind.

Genug der Einleitung. Peter Gloor war am 5. Oktober beim Internet Summit Austria zu Gast und hat seine Theorien in einer Keynote ausführlich vorgestellt. Die ISPA war so freundlich, den Vortrag in Teilen auf YouTube zu veröffentlichen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Ein etwas älterer Vortrag (August 2007) aus der Reihe Talks@Google behandelt ähnliche Themen wie die Keynote, ist aber, da alle Slides eingeblendet werden, sehenswert.

Dr. Peter A. Gloor
Blog: Swarm Creativity
Web: Swarm Creativity
Firma: Galaxy Advisors

Publikationen:
Swarm Creativity. Competitive advantage through collaborative innovation
Coolhunting. Chasing down the next big thing

iSync und die Mobiltelefone

Apple, Computer, Software October 13th, 2009

iSync Programm Icon ©Apple

iSync © Apple

Unter Mac OS X ein Mobiltelefon, das nicht iPhone heißt, zu synchronisieren ist bekanntlich ganz einfach. Man nimmt iSync. Kommt mit dem System und unterstützt so richtig ganz viele unterschiedliche Telefone. So richtig.

Im Normalfall wähle ich Telefone so aus, dass ich sie mit iSync mit meinem Mac verbinden kann. Bei meinem letzten Telefon habe ich darauf verzichtet und einfach das günstigste Telefon genommen, das gerade im Angebot war. Ein Nokia 2630. Es wird nicht von iSync unterstützt.

Was tun?

Google. Man findet kommerzielle Plugins, Fonelink (mein Review), und jede Menge Tipps und Hacks für iSync, um sein erstandenes Telefon endlich mit den Adressdaten füttern zu können, die man in mühevoller, jahrelanger Kleinarbeit im Addressbuch gesammelt hat.

Mit etwas Mut, Zugriffsrechte zu ändern, einem vernünftigen Texteditor und praktikablen Hinweisen bringt man sogar ein Nokia 2600 zum Synchronisieren. Das ich mir heute um ganze 59€ ohne Simlock gekauft habe, um das kaputte 2630 zu ersetzen.

Für den Fall, dass sich jemand fragt, warum ich noch immer kein iPhone habe: mindestens 35€ monatlicher Gebühren sind mir zu viel. Und ich fühle mich echt wohl, nicht auf n beliebigen Kanälen dauernd erreichbar zu sein.

KEEP going

Computer, News, Software May 28th, 2009

Mit KEEP, Abkürzung für Keep Emulation Environments Portable, hat mal wieder ein rekursives Akronym das Licht der Welt erblickt.

Die Absicht hinter dem von der Europäischen Union mit etwa 4 Millionen € geförderten Projekt ist lobenswert: “Erhaltet die spielerischen Anfäge des digitalen Zeitalters”. Durch die Entwicklung einer umfassenden Emulationssoftware vergangener Hardwareplattformen soll die Basis für den fortlaufenden Erhalt von “abgelaufener” Software geschaffen werden.

Für einzelne Plattformen wie den Commodore 64 gibt es schon länger, vor allem durch die existierende große Fangemeinde, voll funktionsfähige Emulatoren für alle gängigen aktuellen Plattformen. Dazu kommen  Programmbibliotheken wie c64games.de oder c64g.com und umfangreiche Fanseiten wie lemon64.com oder c64.com.

Interessant ist, dass sich im Fall der Zugänglichmachung von altgedienter Software kaum jemand Gedanken über das noch immer gültige Copyright macht, während diese Diskussion im Contentbereich laufend an Stärke gewinnt. Immerhin läuft der urheberrechtliche Schutz von Software in der Schweiz 50 Jahre nach dem Tod des letzten Miturhebers. Dass Software in diesem Zeitraum längstens nicht länger von Relevanz ist, beweist die augenblickliche Entwicklungsgeschwindigkeit digitaler Produkte.

Genaue Informationen zu den Zielen von KEEP gibt es auf deren About-Page.