Verfassungsmäßig

Gedanken, Politik October 16th, 2009

Ich war zwar nie besonders politisch engagiert, aber mich hat es gerade gereizt, mittels Wordle die österreichische Verfassung zu visualisieren, um zu sehen, welche Begriffe nach Konkordanzanalyse (Häufigkeit ihres Vorkommens im Text) bedeutendsten sind.

Wordle: Österreichische Verfassung

Dass “Artikel” und “Absatz” am größten hervortreten, mag noch an der Struktur des Dokumentes liegen. Dass aber das Volk oder Bürger nur noch als Volksanwaltschaft sehr klein zu finden ist, finde ich zumindest ein wenig bedenklich. Obwohl im Text das Volk zumindest an prominenter Stelle erwähnt ist. Das ist aber, neben einer zweiten Erwähnung, auch schon die einzige.

Wordle: Constitution of the Republic of Austria

iSync und die Mobiltelefone

Apple, Computer, Software October 13th, 2009

iSync Programm Icon ©Apple

iSync © Apple

Unter Mac OS X ein Mobiltelefon, das nicht iPhone heißt, zu synchronisieren ist bekanntlich ganz einfach. Man nimmt iSync. Kommt mit dem System und unterstützt so richtig ganz viele unterschiedliche Telefone. So richtig.

Im Normalfall wähle ich Telefone so aus, dass ich sie mit iSync mit meinem Mac verbinden kann. Bei meinem letzten Telefon habe ich darauf verzichtet und einfach das günstigste Telefon genommen, das gerade im Angebot war. Ein Nokia 2630. Es wird nicht von iSync unterstützt.

Was tun?

Google. Man findet kommerzielle Plugins, Fonelink (mein Review), und jede Menge Tipps und Hacks für iSync, um sein erstandenes Telefon endlich mit den Adressdaten füttern zu können, die man in mühevoller, jahrelanger Kleinarbeit im Addressbuch gesammelt hat.

Mit etwas Mut, Zugriffsrechte zu ändern, einem vernünftigen Texteditor und praktikablen Hinweisen bringt man sogar ein Nokia 2600 zum Synchronisieren. Das ich mir heute um ganze 59€ ohne Simlock gekauft habe, um das kaputte 2630 zu ersetzen.

Für den Fall, dass sich jemand fragt, warum ich noch immer kein iPhone habe: mindestens 35€ monatlicher Gebühren sind mir zu viel. Und ich fühle mich echt wohl, nicht auf n beliebigen Kanälen dauernd erreichbar zu sein.

The Social Web

Gedanken, Netz September 24th, 2009

Dass das Netz einen einzigartigen sozialen Hintergrund hat, der aus den Tiefen des TCP/IP an die Oberfläche des Hypertextes hervorquillt, habe ich selten so unterhaltend vorgeführt bekommen:

Jonathan Zittrain erzählt über inhärenten Unklarheiten der Architektur des Netzes und ihrer Bedürfnisse der ständigen Überwachung durch den Menschen. Eine Leistung, die freiwillig zur Aufrechterhaltung des Systems geleistet werden muss. Seine Beispiele (zB. Youtube-Highjacking) sind erhellend. Das Netz in seiner heutigen Ausprägung zwingt dem Menschen laut Zittrain soziale Zusammenarbeit auf, damit es am Funktionieren gehalten wird. Die größte technische Leistung der Kommunikation kann daher nur am Funktionieren gehalten werden, wenn Menschen zusammenarbeiten. Vertrauen auf den Nächsten ist die Basis zur Aufrechterhaltung der Funktion. Wie kann es sonst kommen, dass es beim CouchSurfing noch keine nennenswerten Schwierigkeiten gegeben hat?

Dummes Englisch

Gedanken, Medien, Schreiben September 7th, 2009

Mekka von mekkablue hatte irgendwann in seinem leider nicht länger existierenden Blog das folgende Video verlinkt:

Seither ist es mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ich habe es jetzt endlich wieder gefunden. Der damals 102 Jahre alte Edward Rondthaler mokiert sich über die englische Rechtschreibung und ist der Meinung, dass nur eine radikale Vereinfachung zu einer wahrhaften 100 prozentigen Alphabetisierungsrate führen kann.

Edward Rondthaler ist, laut Wikipedia, am 19. August dieses Jahres im 105. Lebensjahr verstorben.

Wenn die eigene Währung nicht mehr passt

News, Politik August 18th, 2009

Mendo CreditsGelegentlich gibt selbst das Wiener Bezirksjournal interessant Hinweise auf Entwicklungen, die an einem üblicherweise spurlos vorübergehen, da man nicht direkt davon betroffen ist. Jugendjournalist Sebastian Petraschek berichtet über ein Local Money Projekt, das im Mendocino County, CA, gestartet wurde. Ziel ist es, einem möglichen Wertverfall des Dollars zuvorzukommen, und die tägliche Versorgung mit Lebensmittel auf eine andere finanzielle Basis zu stellen, den Mendo Moola. Ausgangsbasis ist die Überlegung, dass, je mehr Geld im lokalen Umfeld zirkuliert, die lokale Wertschöpfung größer und mehr Arbeit geschaffen und die Gemeinschaft umso reicher wird.

Jason Bradford von The Oil Drum hat einen längeren, sehr lesenswerten Artikel “Food-backed local money” zum Thema geschrieben, in welchem er die Mendo Credits vorstellt, den ich nur empfehlen kann.