Das erste Andere

Medien, Visualisierung November 29th, 2009

Vor ein paar Tagen wurde Else präsentiert. “Else” ist für Deutschsprachige ein ungewöhnlicher Name, da man zuerst Else eben als Name verstehen möchte und nicht daran denkt, dass es nur Englisch sein könnte. “Else” im Sinne von “anders” ist die Intention. Passende Internationalität von Namensgebungen ist das Problem.

Das Neue an Else ist nicht die Technik, zum Teil werden Komponenten verbaut, die sich auch im iPhone finden, sondern das Interface. Es folgt der Prämisse, auf 100% der Funktionen und 100% der Daten im Rahmen eines Interaktionsprozesses, der genau eine Bildschirmberührung umfasst, zugreifen zu können. Die Interaktion erfolgt mit dem Daumen jener Hand, in welcher man das Smartphone hält. Die Präsentation führt die Funktionsweise des Interfaces vor.

Das von Emblaze Mobile entwickelte Interface durchbricht damit das Paradigma, dass Smartphones immer in einer Hand gehalten und mit der anderen bedient wird. Durch die Zentrierung des Interfaces auf den Daumen erhält der Benutzer eine Hand zurück. Die Konzentration auf das Gerät während der Bedienung wird zwar nicht nachlassen, aber wer weiß, in welchen Situationen man nicht doch gerne mit nur einer Hand wählen können würde. Das ist zwar mit jedem kleinen, billigen Handy möglich, Smartphones haben hier bisher das Nachsehen, lässt man andere Interfaces wie Sprachsteuerung außen vor.

Ich bin gespannt, ob das first Else in irgendeiner Form den Weg zu einem österreichischen Netzbetreiber findet. Spannend ist das Gerät. Mit der Ankündigung eines eigenen SDKs und des inzwischen üblichen App Stores könnte sich bald ein neuer, interessanter Mitbewerber am Smartphone-Markt tummeln.

Es gibt ein Promotion-Video, eine Promotion-Site zum Smartphone und einen Press Release (inkl. aller Hardware-Details) der beteiligten Unternehmen.

Promo-Video 1

Promo-Video 2

Der Standard
First Else: Futuristisches Handy bläst zur Revolution

Engadget
Emblaze’s First Else unveiled in London, promises to be a game-changer

Slashgear
First ELSE smartphone promises more intuitive UI in Q2 2010
Emblaze First ELSE struts new UI in video demo

Weinselig

Medien, Visualisierung November 8th, 2009

Visualisierungen, die sich nicht ganz an die Norm halten, sind immer willkommen. Bei dieser gefällt mir der einfache, minimalistische Weg, nach welchem die typischen Eigenschaften von Weinen nach Geschmack, Aroma, Charakteristik und Eindruck angeordnet wurden.

Wine Flavor Visualization - Cabernet Sauvignaun

Ausgehend vom rechts horizontal angeführten Wein werden strahlenförmig jene Eigenschaften verbunden, die zu dem Wein am häufigsten genannt wurden. Die Strichstärke definiert die Häufigkeit. Das größte Problem der Grafik ist ihre Größe, die von den aufgelisteten möglichen Eigenschaften definiert wird. Mit einem kleineren Bildschirm wird es unmöglich, die Grafik als ganzes betrachten zu können.

Von Carl Tashian via Chart Porn

Simplicity sells

Apple, Computer, Hardware, Software October 29th, 2009

Eine alte Design-Weisheit, von David Pogue bei Ted sehr unterhaltsam präsentiert. Inklusive Einlagen am Klavier zu Bill Gates und Steve Jobs. Aufgenommen wurde der “Vortrag” 2006, die Beispiele sind ein wenig älter, aber er behandelt ausschließlich grundlegende Wahrheiten.

“Why i have to click ‘Start’, when i want to shut down the computer?”

Wertrelationen

Medien, Netz October 26th, 2009

Ohne Ted Talks wäre es weniger unterhaltsam, muss ich sagen. Der Vortrag von Rory Sutherland über die von Werbung geschaffenen fiktiven Werte, jenseits aller tatsächlichen Werte, ist einfach nur fantastisch. 20 äußerst unterhaltsame und informative 20 Minuten ohne weiteren Kommentar.

Passend dazu kam einige Tage später ein Vortrag von John Gerzema, der über die sich wandelnden Bedürfnisse des Konsumenten spricht, weg von einem immer mehr, hin zu einem bewussten und überlegten Handeln.

Kreativität der Schwärme und die Jagd nach Trends

Forschung, Medien, Netz, Software October 20th, 2009

Wissen, was die Masse des Internets zu bestimmten Themen denkt, möchte jeder, der etwas zu verlieren hat, angefangen beim Kundeninteresse dem eigenen Produkt oder der Marke gegenüber, bis hin zu politische Stimmungslagen. Welcher Entscheider würde nicht gerne in die Zukunft sehen, um zu wissen, wie die Masse morgen denkt? Wie sie sich morgen entscheidet?

Das World Wide Web ist ob seiner schieren Größe prädestiniert, um als Basis für derartige Untersuchungen zu dienen. Tools, um solche Auswertungen durchzuführen, gibt es genug. Google Trends ist nur das bekannteste.

Peter Gloor wollte selbst auf die Jagd gehen und Google war nicht gut genug. Er hat ein Tool selbst entworfen. Condor. Damit lassen sich, wie er sagt (kurz zusammengefasst), gewichtete Inhaltsanalysen auf der Basis der Weisheit dreier Gruppen durchführen: der Schwärme, der Masse, der Spezialisten. Während letztere ihre Meinung in der Massenpresse kundtut, sei sie elektronisch oder gedruckt, und die Masse sich über eine Vielzahl von Foren, Social Networks und Kommentaren offenbart, sind die Schwärme, jene, die mit lockerem Zusammenhalt ein Thema aufgreifen und diskutieren, am diffizilsten zu verfolgen. Man kennt die Proponenten nicht. Vorerst.

An dieser Stelle kommen Social Networks und die Analsye von Freundschaften zu tragen. Je mehr Freunde man hat, auf je mehr Netzwerken, und je öfter solche Personen von anderen referenziert werden, umso eher nehmen diese eine klassische Opinion Leader Funktion ein.

Sind die Opinion Leader bekannt – klassische Kommunikationstheorie – kann man anhand der Inhalte verfolgen, welche Trends von wo ausgehen, welche Intensität sie erreichen und wie miteinander verknüpft sind.

Genug der Einleitung. Peter Gloor war am 5. Oktober beim Internet Summit Austria zu Gast und hat seine Theorien in einer Keynote ausführlich vorgestellt. Die ISPA war so freundlich, den Vortrag in Teilen auf YouTube zu veröffentlichen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Ein etwas älterer Vortrag (August 2007) aus der Reihe Talks@Google behandelt ähnliche Themen wie die Keynote, ist aber, da alle Slides eingeblendet werden, sehenswert.

Dr. Peter A. Gloor
Blog: Swarm Creativity
Web: Swarm Creativity
Firma: Galaxy Advisors

Publikationen:
Swarm Creativity. Competitive advantage through collaborative innovation
Coolhunting. Chasing down the next big thing