Der Klima-Mann hat zugeschlagen

Kommentar December 11th, 2008

In Shadowrun-Manier, berichtet der Guardian und kommentiert Telepolis, ist ein unerschrockener Kämpfer gegen übermäßigen CO2-Ausstoß in eines der größten und bestbewachten britischen Kohlekraftwerke in Kingsnorth eingedrungen und hat einen 500-Megawatt Reaktor abgeschalten. Damit hat er den Briten ein besonderes klimagerechtes Weihnachtsgeschenk bereitet, denn die Aktion reduziert, laut Guardian, den CO2-Ausstoß des gesamten Landes um 2%.

Auch wenn das Vorgehen nicht rechtens ist, verdient er damit meine Bewunderung. Der Umstieg auf klimaneutrale Stromproduktion muss entschieden rascher erfolgen, wie auch jede Investition in neue Kohlekraftwerke in Europa untersagt gehört.

The Guardian
No new coal – the calling card of the ‘green Banksy’ who breached fortress Kingsnorth

Telepolis ENews
Abenteuerspielplatz Kohlekraftwerk

Virus-induzierte Diskussionen

Computer, News, Software December 10th, 2008

Screenshot der entfernten Apple Support Seite bezüglich AntiVirus Software

Screenshot der entfernten Apple Support Seite bezüglich AntiVirus Software

In den letzten Tagen kam es, wie kaum zu überlesen war, zu einer neuerlichen Diskussion zum Einsatz von Antivirensoftware unter Mac OS X. Die unten stehende Artikelliste gibt nur einen kleinen Teil der Beiträge wieder. Ausgelöst durch einen Support Artikel, der seit geraumer Zeit auf den Apple eigenen Seiten zu lesen war, flammte die Diskussion wieder auf, nachdem laut c|net zuerst Brian Krebs über diesen Artikel in seinem Security Fix-Weblog berichtet hatte und sich verwundert darüber zeigte, dass von Apple offensichtlich einen Schwenk bezüglich der Information seiner KundInnen zum Thema Antivirensoftware vollzogen worden war. Ausschlaggebend war für ihn der folgende, aufsehenerregende Wortlaut:

Apple encourages the widespread use of multiple antivirus utilities so that virus programmers have more than one application to circumvent, thus making the whole virus writing process more difficult. Here are some available antivirus utilities:

Darauf folgte eine Liste möglicher kommerzieller Lösungen zu dem beschriebenen Problem, Intego VirusBarrier X5, Norton Anti-Virus 11 for Mac und MacAfee VirusScan for Mac.

Insgesamt in meinen Augen uninteressant, würde Apple nicht den strikten Marketingkurs verfolgen, dass Mac OS X eine solche zusätzliche Software nicht nötig hat, komme es doch mit allen notwendigen Mitteln zur Verhinderung ungewünschten Zugriffs auf den eigenen Rechner. Dazu liefert Apple einen ausführlichen eigenen Mac OS X Security Guide (pdf), der wiederum an einer Stelle das Wort Virus erwähnt:

Root. Mac OS X (like most UNIX operating systems) has a superuser, named root, who has full permissions for access to all files on the system. That is, root can execute any file that has any of its execute permissions turned on and can access, read, modify, or delete any file and any directory. Unlike traditional UNIX systems, Mac OS X disables this powerful account by default. This precaution helps to limit the extent of harmful changes that viruses or unauthorized users could make to the operating system.

Screenshot der originalen Support Seite aus dem Google Cache

Screenshot der ursprünglichen Support Seite aus dem Google Cache

Kein Root, kein Problem – sagt Apple. Man muss aber trotzdem vorsichtig sein, sonst hätte der Security Guide wohl keine 14 Seiten. Befolgt man die Anweisungen, hat man mit Sicherheit mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gut abgesichertes System. Viren gelangen inzwischen aber hauptsächlich per Webbrowser und E-Mail auf den Rechner. Da nützt es natürlich wenig, wenn der Rechner gut abgeschottet ist, aber der Benutzer auf die vielen Tricks der Virenschreiber hereinfällt, die über eine inzwischen unaussprechbare Vielzahl von möglichen Angriffen verfügen, die unter anderem auch auf kognitiver Ebene den schwächsten Punkt der Sicherheitskette angreifen, den User. Solange unzählige Leute auf die E-Mails klicken, die einen großartigen Gewinn versprechen, die darauf hinweisen, dass meine Bank eine ungewollte Abbuchung vorgenommen hat und ich mit meinen Kontoinformationen oder der Übermittlung meiner Visa-Kartennummer inklusive Sicherheitscode diese verhindern kann, dass mein Account wo auch immer erneuert gehört, und ich bitte auch da alle meine Daten bekannt geben möchte, wenn man hier noch immer nicht misstrauisch wird und sich jederzeit offen stehender anderer Kommunikationskanäle bedient, um sich dessen zu vergewissern, kann einem die ganze noch so gute – oder besser meist nicht so gute – Sicherheitssoftware mehr helfen.

Der menschliche Faktor ist im augenblicklichen Spiel selbst unter Windows der bedeutendste. Solange die potentielle Unsicherheit des Netzes nicht im Bewusstsein der User ankommt, wird sich daran nichts ändern.

Apple hat mit der Begründung, der sei Artikel alt und ungenau, diesen inzwischen aus seiner Knowledge Base entfernt.

Apple Support

Original Apple Support Page
Mac OS: Antivirus utilities
Screenshot @ Slashgear

AppleInsider
Apple now “encourages” antivirus use for Mac OS X
Apple pulls support note recommending antivirus software

Architektenwerk
Anti-Viren-Software für Mac OS X: Mehr Schaden als Nutzen?

c|net
Apple suggests Mac users install antivirus software

Computerworld
Apple’s antivirus advice ‘big to-do about nothing,’ says researcher

Heise News
Apple: Nutzt Virenscanner!

Macworld
Apple quietly recommends using antivirus software
Apple says users should install anti-virus software
Apple removes antivirus support page
Macs and malware: The straight dope

Die Presse
Apple empfiehlt Mac-Nutzern Anti-Viren-Software
Apple löscht Anti-Viren-Empfehlung

The Register
Apple tells Mac users: Get anti-virus
Apple anti-virus advice was nothing new

Security Fix
Apple: Mac Users Should Get Antivirus Software

Security Focus
Apple nixes antivirus recommendation

Slashgear
Apple pull antivirus advice

Wired Gadget Lab
Mac ‘Security Threat’ Evaporates in 24 Hours

ZD Net
Apple: Mac users should run multiple anti-virus

Programme
Intego Internet Security Barrier // Intego VirusBarrier X5 @ MacUpdate
Norton AntiVirus 11 for Mac // Norton AntiVirus X 11.0 @ MacUpdate
McAfee VirusScan for Mac // McAfee VirusScan 8.6.1 @ MacUpdate
ClamXav // ClamXav 1.1.1e942 @ MacUpdate
Sophos Anti-Virus for Mac // Sophos Anti-Virus 4.9 @ MacUpdate

Reviews
Mac Antivirus Software Reviews: The Best and Worse of Mac Antivirus Software

Wiener Biegungen

News December 7th, 2008

Die Wiener Linien modernisieren wieder ihr Liniennetz. Der erste Schritt wurde schon gegangen, die Ring-Linien sind Geschichte. Ende des Jahres stirbt eine weitere Legende, der 71er. Ob ich mich jemals an den 4er gewöhnen werde können?

Dafür gibt es für Touristen eine neue Touri-Bim, die das alte Ring-Rund wieder hochleben lässt. Gegen Aufpreis, natürlich.

Die Presse
Wiener Straßenbahnen: Aus für Ring-Rundfahrten

Wiener Linien: Aus für Endlosschleife am Ring

It’s all about the Pentiums, Baby!

News December 6th, 2008

Es ist schon eine Zeit her, als das Lied aktuell war. Aber im Grunde hat sich kaum was verändert, nur sollte man jetzt über Core i7 singen und ich würde jetzt nicht mehr eine Floppy Disks erwähnen, schon gar keine 286er. Und 14 Zoll Flatscreens sind auch schon von vorgestern. Aber auch damals waren Viren auf Windows aktuell. Schön, dass sich nicht alles ändert.

Weird Al: It’s all about the Pentiums

Life-Fotografie

Fotografie, Netz, News, Verschiedenes November 20th, 2008

Time Warner hat über eine Kooperation mit Google begonnen, das gesamte Bildarchiv des Life Magazine öffentlich zugänglich zu machen. Bilder, die nicht nur das gesamte 20te Jahrhundert dokumentieren, sondern bis weit in das 18. Jhdt zurückreichen. Bilder, die meine Vorstellung der Welt durchwegs beeinflusst haben.

So kann man Henri-Cartier Bressons Bilder der Einäscherung Gandhis finden, wie auch Margaret Bourke-Whites Bilder aus der Zeit des 2. Weltkriegs, alle Time-Cover bis hin zu einem Steve Jobs-Portrait mit Schnurrbart und apple II aber ohne black turtleneck.

Im Augenblick stehen laut FAQ ungefähr 2 Millionen Bilder zur Verfügung, es werden laufend weitere gescannt und zugänglich gemacht. Angaben über die Nutzungsrechte der Bilder konnte ich online leider keine finden. Heise schreibt diesbezüglich, dass alle Bilder für den Privatgebrauch frei nutzbar sind, kommerzielle Nutzungen nach wie vor beantragt werden müssen.

Es ist möglich, über die normale Bildsuche durch das einfache Anhängsel “source:life” direkt auf das Life-Bildarchiv zuzugreifen. Man kann außerdem über die von Google eigens für das LIFE Bildarchiv erstellte Oberfläche gerahmte Drucke der Bilder ab einem Preis von 79.99$ bestellen. Die Bestellung und der Druck wird über Qoop abgewickelt und es scheint, als ob eine Lieferung nach Österreich möglich wäre.

LIFE photo archive hosted by Google

Heise News
Leben im Bild – Google zeigt 10 Millionen “Life”-Fotos

FAZ
10 Millionen Mal Life auf Google