Tarnen und Täuschen

Fotografie, Verschiedenes November 9th, 2008

Fast jeder Fotograf, den ich kenne, geht vorsichtig mit seinem Gerät um und möchte, dass ihm so wenig wie möglich dabei zustößt. Dass man dabei aller Vorsicht und der umfangreichen Ausrüstung wegen schnell mit einer dieser “Ich bin eine Fototasche” schreienden Taschen endet, liegt vielleicht in der Natur der Sache. Zuerst hat es Crumpler bewiesen, dass eine Fototasche nicht wie jede andere Fototasche aussehen muss. Die Zeiten, als ich Crumpler aus Australien bestellt habe, sind allerdings auch schon ein Weilchen aus. Man kann schon länger nicht mehr behaupten, dass die Marke eine unbekannte wäre. Daher gilt eines meiner ursprünglichen Argumente, Crumpler zu kaufen, nicht länger: Die Tasche sieht nicht aus wie eine Fototasche.

Wie kommen man daher zu einer Fototasche, die nicht aussieht wie eine? Man mache sie selbst. Wie das geht? Dafür gibt’s ein nettes kurzes How-To bei Wired.

Kommentar einer Ärgerlichen

Gedanken, Literatur November 8th, 2008

Haiders Seinstransfer ist inzwischen ein Weilchen aus. Die Wogen haben sich bekanntlich noch nicht geglättet. Kärntens Einwohner betätigen sich am lustigen Radmutternlockern zum Zwecke des Abflugs von Straßen und halten dabei Kerzen am Unfallort am brennen. Ein Ewiges Licht für den Verstorbenen?

Zum Thema Ewigkeit hat sich Elfriede Jelinek geäußert. In “Von Ewigkeit zu Ewigkeit” hat sie schon Ende Oktober ihre Sicht der Dinge dargelegt. Ganz so, wie man es von ihr gewohnt ist, wenn sie sich zu Österreich äußert.

(Ich wollte gerade den Tag Jörg Haider eingeben. Mir ist partout der Jörg nicht mehr eingefallen. Statt dessen kam Adolf Haider. Ich wusste, es falsch war, aber mir fiel es erst ein paar Sekunden später wieder ein.)

Blitzlichtgewitter

Fotografie, News, Verschiedenes November 7th, 2008

Fotografie im Ausstellungswesen führt in Wien bekanntlich ein Schattendasein, gegen das seit einiger Zeit gottseidank vermehrt vorgegangen wird. Der Europäische Monat der Fotografie, der gerade eingeläutet wurde, ist eines dieser Unterfangen. Mit, nach Zählung der Presse 125 Ausstellungen, kann man durchaus von einer Fotografieausstellungsoffensive sprechen. Dass die gerade im WestLicht eröffnete Bitesnich-Ausstellung ebenfalls dazu gezählt wird, scheint hier gerade noch selbstverständlich. Dazu kommen noch Ausstellungen von Didi Sattmann, Erich Lessing, Ernst Haas, Ferdinand Schmutzer, Peter Rigaud und vielen vielen anderen.

Die gesamte Liste gibt es unter www.monatderfotografie.at.

Mich findet man nächste Woche auf der Ausstellungseröffnung von Didi Sattmann. Danach könnte es ein wenig hektisch werden ;)

Einen Beitrag über den Europäischen Monat der Fotografie gibt es bei Ö1.

Obama…

Medien, News November 5th, 2008

…hat gewonnen.

Nach Wahlmännern klar, nach tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen weniger, so wie es aussieht. Erfreulich ist, dass das Land, das die Demokratie so hoch hält, es auch endlich geschafft hat, eine annehmbare Wahlbeteiligung zu erreichen, nachdem es das Wählen seinen Bürgern schon schwer genug macht.

Parteiunabhängige Werbung zur Erhöhung der Wahlbeteiligung war etwas lustiges in dem vergangenen Wahlkampf. Durchgeführt von einer erklecklichen Menge von Celebrities.

Teil 1:

Teil 2:

Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie eine solche Werbung mit österreichischen Prominenten aussehen könnte. Und mit welchen Prominenten?

CO gegen CO2

Gedanken, Medien, Netz, News, Tippfehler November 2nd, 2008

Am 26. September dieses Jahres habe ich mich unter dem Titel “Keine Ruhmestat” darüber beklagt, dass selbst im Rahmen der aktuellen Klimadebatte die chemischen Summenformeln für CO2 nicht mehr korrekt wiedergegeben werden. Dazu habe ich am 31.10.2008 eine Rückmeldung und Klarstellung von Regina Pöll bekommen, die diesen Artikel geschrieben hatte, die ich hier im Rahmen eines offenen Briefes kommentieren möchte.

Sehr geehrte Frau Pöll,

Sie haben mir am 31.10.2008 folgende Rückmeldung auf meine Kritik zu Ihrem Artikel “CO2-Speicherung: Europas Klimaproblem ist lösbar” geschrieben:

Regina Pöll wrote:
Sehr geehrter “mask” – wer immer sich dahinter verbirgt; da ich gerade
über Ihre Kritik an meinem CO2(!)-Artikel stolpere: Tatsächlich ist der
Artikel im Print ausschließlich mit CO2 (und nicht etwa CO) erschienen – und
für die Printfassung bin ich verantwortlich. Offenbar ist beim Übersetzen der
Printversion in die Onlinefassung die niedriger gestellte “2″ mehrmals
verloren gegangen. schlicht ein Technik-Problem, aber jedenfalls gut zu wissen.
Ich darf Ihnen versichern, den Unterschied zwischen CO2 und CO zu kennen …
herzliche Grüße! Regina Pöll

Ich möchte mich auf diesem Weg bei Ihnen für das vorgefallene Missverständnis, das nach Ihrer Aussage auf einer problematischen Konvertierung des Textes, speziell der Subskripte, beruht und daher ein technisches Problem ist, entschuldigen und Ihnen mitteilen, dass ich davon ausgegangen bin, dass Sie den Unterschied zwischen Kohlenmonoxid und -dioxid kennen.

Meine Kritik, die ich in verschiedener Form schon öfters auf diesem Weblog geäußert habe, liegt im Wesentlichen darin, darauf hinzuweisen, wie viele Fehler sich gerade in den Online-Ausgaben der großen österreichischen Tageszeitungen finden.

Ich gehe davon aus, dass alle JournalistInnen über die entsprechenden Deutschkenntnisse verfügen, um in der Lage zu sein, die überwiegende Mehrheit der grammatischen Fehler zu vermeiden. Um zu erklären, warum es zu einer solchen Häufing von Fehlern in Artikeln kommt, fehlen mir die Informationen, das Problem scheint aber strukturell verankert zu sein. Darüber, welche Ursachen tatsächlich dahinter stehen, kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Unterbesetzte Redaktionen, der scheinbar notwendig gewordene Zwang des Journalismus, jedes Thema in möglichst kurzer Zeit möglichst umfangreich zu bearbeiten, Redaktionssysteme, die die Konvertierung von Text auf verschiedene Ausgabemedien nur unzulänglich leisten, fehlende Lektorate, um solche technischen Unzulänglichkeiten auszumerzen. Es ist bezeichnend für die von mir beschriebenen Probleme, dass die Fehler, die ich an Ihrem Artikel kritisiert habe, bis heute nicht korrigiert wurden.

Schlussendlich freut es mich, dass meine Arbeit auf diesem Weblog nicht ganz unbeachtet bleibt und ich dazu beitragen kann, dass diese Probleme möglicherweise diskutiert werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Skopal