Smart Metering und Datenschutz

Netz, News, Politik, Technologie September 10th, 2012

Wie man anfängt, so hört man gerne auf: mit einem Diskussionspanel. Die Konferenz Daten.Netz.Politik’2012 (#DNP12) endete mit einer lebhaften Debatte rund um das Thema Smart Metering.

Von einer wendigen Barbara Wimmer moderiert, trafen die Standpunkte aufeinander von Harald Proidl, er leitet seit 2011 die Abteilung Ökoenergie und Energieeffizienz in der eControl, Walter Peissl, stellvertretender Direktor des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Nadja Shah, Bundesgeschäftsführerin der Österreichischen Mietervereinigung.

Harald Proidl hatte dabei ein ähnliches Vergnügen wie der virtuelle Karas vom Vortag: Die eControl ist aufgrund der rechtlichen und strukturellen Situation verpflichtet, für Strom- und Gaskunden Smart Meter einzuführen. In Österreich soll dies möglichst rasch erfolgen. Daher gibt es jetzt schon eine große Anzahl installierter Messgeräte, die in Betrieb sind. Er bemerkt, dass der Parallelbetrieb von analogen und digitalen Zählern Mehrkosten verursacht, so dass ein schneller Umstieg des Gesamtsystems vorzuziehen wäre. Proidl sieht Vorteile für Kunden, Lieferanten und Netzbetreiber und Smart Meter als wesentlichen Bestandteil der Energiewende und einer erneuerbaren Energieversorgung.

(Die Beraterfirma Cap Gemini hat ein kurzes Paper zum Stand des Smart Meter-Marktes in Europa 2009 veröffentlicht. In diesem werden für Österreich ausschließlich schon implementierte Testläufe verzeichnet.)

Walter Peissl sieht beim Endkunden nur bedingt Vorteile für die Energiewende durch den Einsatz von Smart Metern. Alle Einsparungspotentiale im Haushalt sollen im Wesentlichen durch Lerneffekte erziehlt werden. Diese konnten in der Forschung bisher nicht beobachtet werden; notwendig wären sind aber für die geforderte Energieverbrauchsverhaltensänderung. Energieunternehmen haben, laut ihm, bisher auch darauf verzichtet, ernsthaft mit ihren Kunden darüber zu sprechen.

Najda Shah sieht speziell in der österreichischen Umsetzung der EU-Richtlinie Problematiken aufgrund der ungenauen Ausformulierung. Sie kritisiert, dass es ursprünglich um Energiesparen ging und dass Konsumenten regelmäßig zeitnah Verbrauchsinformationen und Abrechnungen bekommen. Durch den Regulator wird in der Umsetzung aber ein so starker Zeitdruck erzeugt, dass dem Datenschutz hier kaum Beachtung geschenkt wird. Nichts sei fixiert, welche Standards, welche Sicherheitsprotokolle hier eingehalten werden müssten.

Harald Proidl war ab hier bemüht zu bemerken, dass Datenschutz der Regulierungsbehörde immer wichtig gewesen wäre, aber dass sie nicht die Ermächtigung haben, hier eine Verordnung zu schreiben; sie hätten schlicht keine Kompetenz dafür. Es gebe aber ein Monitoring, in welchem Unternehmen im Rollout der Smart Meter auf die Finger geschaut wird, ob das Datenmanagement ordnungsgemäß funktioniert und alle Sicherheits-Aspekte erfüllt werden.

Walter Peissl merkte an auf die Frage der Moderatorin, dass Datenschutz im Grunde sehr weit gefasst ist; Sobald jemand einem Vertrag zustimmt, ist man zumindest als Unternehmen aus dem Schneider. Das ist die Mindestanforderung an die bestehenden Normen. Er zieht zur Erklärung das 4th Amendment der US-Verfassung heran, das Hausrecht, als einer der Wurzeln des Privatrechts. Die Möglichkeit des Monitorings direkt im höchstpersönlichen Lebensbereich kann aus soziologischer Perspektive einen wesentlicher Eingriff darstellen in das Freiheitsgefühl jeder Person. Durch die Struktur der Energieentnahme kann man zB erkennen, wie viele Personen in einem Haushalt leben, auch wenn man nicht Einzelgeräte unterscheiden kann. Ein Missbrauch der Daten kann hier leicht stattfinden; und Daten, die einmal da sind, werden immer auch zu anderen Zwecken verwendet als den ursprünglich intendierten. Smart Meter sind eine Möglichkeit, uns digital über die Schulter zu schauen: und das nicht an öffentlichen Plätzen, sondern zu Hause. Ein Datenschutz-Gütesiegel für Smart Meter wäre nach Peissl eine sichtbare Möglichkeit, Konsumenten die Sicherheit der Geräte zu zeigen.

Die Debatte im Anschluss brachte eine Vielzahl an Problematiken der Smart Meter zum Vorschein: Marco Schreuder von den Grünen versuchte zwar, noch einmal auf die positiven Effekte der Smart Meter hinzuweisen und sieht gleichzeitig den Datenschutz als größten Stolperstein des Systems an. Erich Möchel brachte noch das technische Beispiel, dass Smart Meter über ein Schmalband-System untereinander Informationen austauschen wie ein Peer-2-Peer-Netz, um den nächsten Netzwerkknoten zu erreichen, von wo aus Daten weitergesandt werden; und dass diese Kommunikation sehr leicht mitgehört werden kann. Dazu kam noch der Einwurf, dass Smart Meter fernwartbar sein müssen und daher auch über das Kontrollnetz gehackt werden könnten. Das Szenario der 5.5 Millionen abgestürzten Smart Meter Österreichs machte schnell die Runde; die ganze Nation wäre lahm gelegt. Ein solches Szenario kompromitierter Datensicherheit hätte enorme wirtschaftliche und menschliche Folgen.

Das gilt es, nach bestem Wissen zu vermeiden.

ACTA, das Urheberrecht, die EU und das Internet

Kommentar, Politik September 9th, 2012

ACTA - Full Text-Wordle

Der Kongress Daten.Netz.Politik 2012 hat gestern Mittag begonnen mit einer Podiumsdiskussion zum Kernthema der Veranstaltung: Wie beeinflusst das bestehende Urheberrecht den Umgang mit den Möglichkeiten des Internets, was kann oder sollte man tun, um geltendes Recht an den bestehenden digitalen Rahmen anzupassen, was ACTA damit zu tun gehabt hat und warum CETA ein genauso großes Problem darstellt.

Am Panel waren der Moderator Markus Stoff, MEP Eva Lichtenberger von den Grünen, der fraktionslose MEP Martin Ehrenhauser, leider nicht die MEP Evelyn Regner, die kurzfristig abgesagt hat, Marie Humeau von European Digital Rights und ein virtueller MEP Othmar Karas, dessen Videobotschaft als Antithese die Diskussion eröffnet hat.

Für Karas stellt die Idee hinter ACTA grundlegend kein Problem dar, dass ein Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen Waren aller Art vor Fälschungen schützen möge. Er sieht das Grundkonzept als sinnvoll, da durch Produktfälschungen erheblicher monetärer Schaden entsteht, wie auch das Vertrauen der Bevölkerung an der Echtheit der Waren schwindet. Ein starkes Urheberrecht stärkt die Wirtschaft, sagt Karas und sieht die Aufgabe der EU darin, Unternehmen und KundInnen zu schützen. ACTA hätte zu diesem Schutz einen Beitrag geleistet. Arbeitspläze werden dadurch geschaffen, dass das Urheberrecht stringent ist, sagt Karas. Das Scheitern der Vorlage sieht er als die Chance, das Urheberrecht besser zu gestalten und die individuellen Rechte, seien es jene natürlicher Personen oder Rechtspersonen, zu schützen. Eine neue Lösung soll hier angestrebt werden, die auch Transparenz verordnet.

Lichtenberger bringt ein wesentliches Argument gegen eine übergreifende rechtliche Lösung zur Produktpiraterie: fehlende Differenzierung. Kann ich physisches, materielles und geistiges Eigentum gleich behandeln? Kann ich die gefälschte Gucci-Tasche, das gefälschte Viagra und einen Download von The Pirate Bay in einen Topf werfen? ACTA war der Versuch einer solchen Gleichstellung, obwohl die potentiellen Auswirkungen für den Kunden oder die Wirtschaft erhebliche Unterschiede hätten, von marginal bis lebensbedrohend. Es sind drei paar Schuhe, deren Probleme unterschiedlich gelöst werden müssen, sagt Lichtenberger.

Ehrenhauser sieht ACTA diametral anders als den Garanten für Innovation und Wirtschaftsförderung, für den Karas das Abkommen gehalten hat. Jede zusätzliche Schutzmaßnahme des Status Quo verhindert, dass freies Wissen sein Werk verrichten kann: Innovation und Fortschritt zu fördern. Der Aufstand der Zivilgesellschaft gegen ACTA könnte für ihn Beginn einer Wende sein, hin zu weniger Schutz und mehr Freiheit. Aber nur, wenn die Proteste gegen weitere, ähnliche Abkommen nicht abreissen und die Zivilgesellschaft wachsam bleibt. Die Europäische Kommission möchte diese Wende noch nicht mitmachen, das sieht man an den Vertragsentwürfen zu CETA und den bilateralen Abkommen mit Südkorea, sagt Ehrenhauser. Die Gesellschaft kann durch freies Wissen und freie Information vorangebracht werden. Beispiele für den richtigen Weg im Urheberrecht für Ehrenhauser wären Regelungen wie eine Fair-Use-Klausel oder die Verkürzung von Werkschutzfristen. Er meint, dass die Abgeordneten es ohne die Proteste der Zivilbevölkerung es nicht geschafft hätten, ACTA zu stoppen.

Für Marie Humeau war ACTA bedeutend, weil die Proteste zum ersten Mal gezeigt haben, dass sich die EU-Bürger um die Wahrung ihrer Rechte sorgen und dafür bereit sind, auch auf die Straße zu gehen.

Und was bedeutet das alles für mich?

Das bestehende Urheberrecht schiebt einer Unzahl von Möglichkeiten des Digitalen einen Riegel vor. Was aber gebraucht wird, ist kein Riegel, sondern ein Retina-Scanner. Keine Regelung aus dem 19. Jahrhundert, sondern eine, die dem 21. Jahrhundert entspricht und auch für künftige Entwicklungen geeignet scheint, die das Digitale vervorbringen kann. Eine passgenaue Lösung, die eingeht auf die je individuellen Bedürfnisse am Schutz des eigenen digitalen oder analogen Werkes. Die totale Freiheit, das würde heißen die Nicht-Regelung, halte ich im rechtsstaatlichen Rahmen für keine Alternative. ACTA war der Anlassfall, der eine Grundsatzdiskussion zum Urheberrecht voranbringen kann, da ACTA in der Lage gewesen wäre, den Status Quo noch stärker zu zementieren. Dagegen wurde revoltiert.

Die medialen Strukturen des 19. und 20. Jahrhunderts, der Status Quo, bilden die Basis für die Ausformung der bestehender Rechtslage und der realwirtschaftlichen Implementation derselben in Form von Verwertungsgesellschaften und Rechteinhabern. Diese treffen auf radikal geänderte mediale Bedingungen, die evolutionär ihre eigenen Strukturen entwickelt und die nicht länger kompatibel sind mit dem analogen Bestand.

Im Panel wurden von mehren Seiten Fair-Use-Klausel, verkürzte Schutzfristen, eine generelle Urheberrechtsabgabe, und ähnliche Lösungen genannt. Alle davon sind geeignet, das Recht auf den richtigen Weg zu bringen.

Die ebenfalls diskutierten Problemfelder Internetsperren, privatisierte Zensur und Rechtsdurchsetzung wie Massenabmahnungen sind Blüten, die das bestehende System getrieben hat, um sich selbst vor dem Neuen zu schützen. Das wird auf Dauer nicht gelingen.

Noch was?

Eine Harmonisierung des Urheberrechts innerhalb der EU-27 wäre auch in meinen Augen höchste Eisenbahn, wie sie Marie Humeau gefordert hat; wie auch der (nicht nur) von Martin Ehrenhauser gewünschte Umbau des Brüssel’schen Institutionenapparats zu einem demokratisch legitimierten und transparenten. Die Vereinigten Staaten von Europa wären dann nicht mehr weit.

ACTA – Full Text Wordle PDF File

Deine Daten. Dein Netz. Ihre Politik? DNP’12

Gedanken, Politisches September 7th, 2012

Im Netz bin ich ein alter Hase. Trau’ ich mir ohne viel Federlesens zu sagen. Alter Hase. Naja, so alt auch wieder nicht. 1996. Aktuell war da Netscape Navigator 2.0.2. Internet Explorer 3 war gerade erst mit Windows 95 unter die Bettdecke geschlüpft. Der (erste) Browser-Krieg ging erst ein Jahr später los. Das Netz alias ARPANET gibt es seit 1969. Ich war da nur in Form meiner Eizelle präsent: ich hab’ noch eine Zahlendrehung abgewartet.

1996. Das Netz war der wahrgewordene Traum der großen Freiheit. Die Nutzerzahlen waren gerade noch zu klein, um wirtschaftlich relevant zu sein. In Österreich war BTX zwar noch am Laufen – aber viel gab es da nie zu sehen. Ich träumte von einem magnet-Zugang, dann bin ich an die WU gegangen; nur wegen des Internet Zugangs, den hat die WU als erste Universität in Wien allen Neuinskripenten sofort zur Verfügung gestellt. Studiert habe ich was anderes, Publizistik und Philosophie. IRC war neu, also in, und wir saßen in den Computersälen verstreut und haben nicht geredet, sondern endlich ordentlich tippen gelernt. #Austria. Ich hatte das Gefühl, das war unser Ding, das Netz; Keiner kann uns das wegnehmen.

Das Urheberrecht haben wir in Vorlesungen gelernt und uns manchmal daran gehalten: man kannte sich ja; oder auch nicht: man konnte ja nicht alle kennen. Konsequenzen hat es nicht wirklich gegeben; es war nicht gerade leicht, irgendetwas zu finden.

In den letzten 15 Jahren hat sich das Netz grundlegend gewandelt: Vom Avant Garde-Medium zum gesellschaftlich mehrheitsfähigen (drei Viertel der Bevölkerung) Informations-, Unterhaltungs- und Beziehungsgiganten. Wer nicht dabei ist, wird im (N)onliner-Atlas für Deutschland regelmäßig erhoben. (Die Statistk Austria kann das auch, aber nicht so nett.) Von überwiegend nicht-kommerziellen Angeboten zur flächendeckenden, scheinbar strukturintegrierten Kommerzialisierung der Inhalte. Von einem Bild des Benutzers auf Augenhöhe hin zu einer Idee als vorverurteilter Verbrecher, den man sicherheitshalber überwachen lässt, damit dieser nicht etwas anstellt, was dem Gesetz nicht entspricht. Von einem System des Vertrauens zu einem System des Misstrauens, obwohl ersteres auf technischer Ebene teils immer noch existiert.

Dabei kommt jenen Überwachern zugute, dass das Digitale stets transparent ist, so man nicht die Möglichkeit der Ungenauigkeit, des Opaken im System von Beginn weg integriert. Das nachträgliche Schaffen solcher Gelegenheiten hat konsequenterweise zur Folge, dass sie nie ausreichend sein kann.

Welche Folgen das hat? Vorratsdatenspeicherung und ACTA und Netzneutralität sind Problemfelder, die sich erst in den letzten Jahren entwickelt haben; In der Auseinandersetzung des Kommerziellen mit grundlegenden Menschen- und Bürgerrechten und im Mißverständnis der gesellschaftlichen Tragweite der Entwicklung des (Meta)Mediums Internet. Dieses Mißverständnis kann erst aufgelöst werden, wenn man bereit ist, die durch das Medium geschaffenen geänderten kommunikativen Bedingungen vollends zu akzeptieren und in einem entsprechenden Rahmen zu interpretieren. Dieser Rahmen muss erst geschaffen werden.

Dafür ist erheblicher Diskussionsbedarf notwendig. Und diskutieren kann man dort am besten, wo die Leut’ z’ammenkommen. Die DNP’12 kommendes Wochenende bietet die Möglichkeit, etwas mitzudiskutieren, an der Schnittstelle zwischen Politik und BürgerInnen. Ich werde auch da sein.

PS: Lange hat es gedauert, viele Anläufe hat es gebraucht, und nach fast zwei Jahren gibt es doch wieder ein Update – und gleichzeitig den 1000 Post auf diesem Weblog. Dazu muss ich gestehen, dass ich seit einiger Zeit “fremdblogge” auf energieleben.at – und das noch dazu hier nicht einmal kundtue.

Schwierigkeit mit den Einheiten

Gedanken, Netz, Tippfehler November 8th, 2010

Die Mercer-Studie ist zwar schon ein Weilchen her, aber das Netz vergisst bekanntlich nicht. Ich auch nicht, wenn ich mal einen Fehler gefunden (und den Link gespeichert) habe. Die Korrektur von Fehlern interessiert im heutigen Medienbetrieb ja niemanden, weshalb es vollkommen ausreicht, den Link zu speichern und nicht sofort einen Screenshot anzufertigen. Die Meinung, es gäbe nichts älteres als die Zeitung von gestern, wird halt eins zu eins ins Web übertragen. Von Internet-Medienkompetenz ist es bei dieser Übertragung einer Überlegung, die für ein gedrucktes Medium angestellt wurde, dann aber nicht weit her. Während die Zeitung von gestern im Mistkübel oder in der Nationalbibliothek landet und damit dem unmittelbaren Zugriff entzogen wird, bleibt der Zugriff im Netz halt – leider, leider – bestehen. Laufende Korrekturen des Archivs wären für die Vermeidung immerwährender elektronischer Häme halt unabdingbar.

In diesem Fall ist der folgende Satz zum Wiener Klimaschutzprogramm, kurz Klip, der Höhepunkt des Standard-Artikels:

“Ein Ziel war, bis 2010 jährlich 2,6 Tonnen CO2-Äquivalent einzusparen. Bereits im Jahr 2007 wurde eine Reduzierung um 2,9 Tonnen erreicht.”

Wenn sich die Stadt Wien im Rahmen ihres Klimaschutzprogrammes tatsächlich die Reduzierung von 2,6 Tonnen CO2-Äquivalent vorgenommen hätte, und nicht die von 2,6 Millionen Tonnen, dann hätte das Klimaschutzprogramm wahrscheinlich zu einem bedeutend höheren Medienaufkommen geführt, als es das tatsächlich getan hat.

Musings on the Future of Digital Media – Software or Being connected

Computer, Gedanken, Hardware, Medien, Netz, Software November 3rd, 2010

This is the third and last part of my series concerning my ideas on the future of digital media. After discussing the ’net in the first and the hardware to get access to it in the second installment, i will now try to cover the software part of connectedness.

I have disabled comments for this post. For discussion of this and the other two related articles, please head over to wbf2010.at. Reopened comments.

Software

After having successfully established the possibility of getting connected with everybody at all times, software defines all functionality building upon this universal connectedness. Software tries to inscribe specific usage scenarios into itself, but it has to be continuously adapted because of users utilizing the software in ways not intended by it’s programmers in the first place. The way of the connected masses will always stretch the limits of published software, just as the connected few are the most powerful group structure for the basic innovation of functionality in the first place.

Since all software is written in structured programming languages, written pieces of software should be treated like every other wirtten piece in every other language, especially when it comes to patenting. Therefore, software should be treated only by copyright laws and not by patenting laws.

Social Media

Social Communications and Collaboration is considered one of the top 10 strategic technologies for 2011 by Gartner. As such, it was not the hardest prediction to make, since Facebook now captured half a billion people, of which 50% log in on any given day. What renders 2011 special in the development of Social Media is that it will be the first year of aggregating fast mobile access and advanced internet technology in its full potential.

Content & Meaning

The ’net promises to connect every human being on earth with every other. Social Media are structuring and restructuring these connections continually. The content pushed into the Social Media space as well as the connections of the content within the Social Media space provide value and meaning for both the site providing the possibility of creating connections and the users getting connected. Meaning is subjective and always subject to the eye of the beholder. Therefore, the value of specific meanings to people may vary in the emphasis put on the meaning of content or that of connections.

Connecting Content

Handling content is no longer a problem for each Social Media site. The type of content is of no importance, since major platforms for all types of media are already in existence. Further inroads can be made only by connecting content of the same or different users between different sites and therefore allowing users to accumulate a digital identity on a number of sites and in a number of graduations, promoting different parts of her or his digital identity on different sites. A digital identity describes all interconnected traces of a specific user within the digital realm, even if the connections are not provided by the user himself. Users connecting their digital identity to another automatically become part of the other.

The future must lie in the evolution of connection control. Current Social Media platforms provide their users only with a low level of connection control. Privacy describes in part what connection control is about but puts emphasis on the content and not on the connections of a digital identity. Full connection control needs to encompass both parts in full. Diaspora seems to incorporate some understanding of the need to recover control not only over oneselfs content but also over ones connections.

Group sizes

The evolution of media in general is a drive towards individualization and separation especially of those small groups, humankind is used to live in. As crowds are getting smaller and smaller in real life, virtual crowds are getting larger and larger. The ’net has had a deep and profound impact on human society, since it separates them in the physical world, only to drive them back together in the virtual.

Blogging

Blogging cannot be considered a social media. It is quite lonesome, as it fundamentally incorporates the idea of writing a series of articles alone on a single site. All social elements of blogging are secondary of nature and created through active participation either by readers for example through comments or by the blogger himself. The blog content will always trump all social elements provided.

Blogs are discourse-machines. Contributing to an ongoing discourse creates links – or the possibility of links – between thematically connected blog entries. These discourses are no longer remaining in the virtual, but with the inception of the Barcamp, a discourse can be taken to the physical realm easily.

Blogging is as well already an established journalistic form, even if only vaguely defined. The one leading principle of blogging is the blogger. She or he remains at the core.

Conclusion

We are reaching the end of the transition period from analog to digital media. The internet as digital universal transmission platform started to act as a transmedial aggregator for digitalized content. Social Media describes a specifically connected type of content, which always relates to the digital identity of someone. Connecting content to establish a true digital identity in a reasonable, secure and private manner is the next big challenge, regardless of platforms or sites.